Seit nunmehr 20 Jahren widmet sich der Verein “Wiechert´sche Erdbebenwarte Göttingen e.V.“ dem Erhalt und Betrieb der ältesten noch vollständig erhaltenen und funktionstüchtigen seismologischen Station. Die historische Erdbebenwarte registriert seit 1903 zuverlässig alle starken Beben, die weltweit die Erde erschüttern. Dass dieses technische Kulturdenkmal heute noch vorhanden ist, verdankt Göttingen allein dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitglieder und den Unterstützern des Vereins, der dieses Jahr sein 20. Bestehen feiert – mit einem Jubiläums-Nachmittag am Samstag, 23. August, ab 14:00 Uhr. Das Highlight bei Führungen, der Fall der rund vier Tonnen schweren Mintropkugel wird dann getoppt durch die Schätzfrage: Wie schwer ist die Kugel genau …
Der Verein ermöglicht der Öffentlichkeit im Rahmen von Führungen Einblicke in das historische Gebäudeensemble mit seinen Instrumenten am Fuße des Göttinger Hainbergs. Es besteht aus Altem und Neuem Erdbebenhaus, Astronomischer Hütte, Samoahütte, Gaußhaus und Fallturm mit Mintropkugel auf dem Gelände der ehemaligen Geophysik.
Es war ein Ziel des Vereins, die historischen Instrumente und Gebäude einem immer breiteren Publikum zugänglich zu machen. Mit großem Erfolg vermitteln seit über zwei Jahrzehnten die Ehrenamtlichen den Besuchern anschaulich, wie die hochempfindlichen Instrumente funktionieren. Damit bleiben die bahnbrechenden Studien des Göttinger Physikers Emil Wiechert (1861–1928), Pionier der modernen Seismologie, für die Nachwelt unvergessen. Besucher erfahren hautnah, wie die Seismologie schon vor über 120 Jahren die Sicht auf die Welt veränderte. Die funktionstüchtigen Originalgeräte, die noch immer Erdbeben weltweit registrieren, sprechen für sich.
Um dieses Kleinod der Wissenschaftsgeschichte am authentischen Ort zu erleben, kommen jährlich über 1000 Besucher aus der Region, aus Europa und z.T. auch aus Übersee zur Erdbebenwarte. Eine besondere Attraktion für Jung und Alt ist der beeindruckende Fall der 4 Tonnen schweren Mintrop-Kugel, die immer ein lokal spürbares Mini-Erdbeben auslöst.
Dabei ist die Erdbebenwarte nicht nur ein Technikdenkmal mit historischen Geräten, sondern durch den Betrieb eines modernen Seismografen auch eine aktive Messstation.
Das ehrenamtliche Engagement der vergangenen zwei Jahrzehnte war erfolgreich darin, dieses Kulturerbe zu bewahren und in Bildung, Stadtgeschichte und Wissenschaftskommunikation zu verankern. Es trägt dazu bei, Göttingen als Wissenschaftsstandort überregional bekannt zu machen und insbesondere junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern.
Öffentliche Führungen finden an jedem ersten Sonntagnachmittag im Monat statt. Daneben können sich Gruppen für geführte Touren anmelden.
Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens lädt der Verein Wiechert’sche Erdbebenwarte Göttingen e.V. am Samstag, 23. August 2025, zwischen 14:00 und 17:00 Uhr zu einem Jubiläums-Nachmittag mit breitem Vortrags- und Unterhaltungsprogramm ein.
Programm-Highlights (Auszug):
- Führungen durch Häuser und übers Gelände
- Wie schwer ist die Mintropkugel wirklich? Eine Kranwaage wird Klarheit schaffen
- Fall der Mintropkugel
- Bombensprengungen in Göttingen
- Von Mintrop zur modernen Seismik
- Polarlichter über Göttingen
- Aktionen für Kinder
Herzberger Landstraße 180-182
(Zwischen Rohns und Bismarckstein)
Auf dem Gelände gibt es keine Parkmöglichkeiten!
37075 Göttingen



