In Kürze:
- Mars-Rover: Drei Jahre bevor „Rosalind Franklin“ auf dem Mars landen soll, haben Auszubildende des MPS ein eigenes Modell des Mars-Rovers fertiggestellt.
- Azubi-Projekt: Von der ersten Idee bis zum fertigen Modell lagen alle Arbeitsschritte in den Händen der Nachwuchs-Handwerker.
- Zusammenarbeit: Zwölf Auszubildende aus Feinmechanik-Werkstatt, Schlosserei und Rechenzentrum haben ihr Können und Know-How für das Projekt eingebracht.
Der Mars-Rover Rosalind Franklin der europäischen Weltraumorganisation ESA ist eine eigenständige, fahrende Forschungsstation: Es ist etwa so groß wie ein Kleinwagen und besitzt sechs einzeln ansteuerbare Räder, wissenschaftliche Instrumente, Kamera, Bohrer und Solarpaneele, um auf unserem Nachbarplaneten nach möglichen Überresten von Leben zu suchen. Frühestens 2029 soll der Rover nach aktuellen Planungen im roten Marssand landen. Am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) ist schon jetzt ein neues Modell von „Rosalind Franklin“ zu sehen. Etwa weniger als halb so groß wie das Original gibt der Nachbau einen anschaulichen Eindruck von Design und Funktionalität des weltraumreisenden Vorbildes.
Wie jeder Mars-Rover ist auch das neue Modell das Ergebnis einer Zusammenarbeit. Allerdings haben hier nicht wissenschaftlich-technische Teams aus aller Welt kollaboriert, sondern Nachwuchs-Handwerker des MPS. Zwölf Auszubildende aus der institutseigenen Feinmechanik-Werkstatt, der Schlosserei und dem Rechenzentrum haben das Projekt gemeinsam und eigenständig geplant und umgesetzt.
„Wir haben von Grund auf alles selber gemacht – von der ersten Idee bis zum fertigen Modell“, erinnert sich Pascal Schlote, Auszubildender in der Schlosserei des Instituts. Dabei hat sich das Team wie beim echten Roverbau Schritt für Schritt an die Aufgabe herangetastet. Am Anfang stand ein Modell aus Pappe, um ein erstes Gefühl für die Größen und Komponenten zu bekommen. „Dann kam ein Modell aus einfachen Aluprofilen und erst dann sind wir den Bau des eigentlichen Modells angegangen“, erklärt Patrik Kruck, Auszubildender in der Feinmechanik-Werkstatt.
Wissenschaftliche Instrumente enthält das Modell natürlich nicht. Und auch die aufgeklebten Solarpaneele erzeugen nicht wirklich Strom. Aber der Bohrer, der beim Einsatz des echten Rovers auf dem Mars Bodenproben aus bis zu zwei Metern Tiefe nehmen kann, ist funktionstüchtig; die Räder sind drehbar. Mit der entsprechenden Elektronik ließe sich das Modell auch fahren und lenken.
Vielleicht eine Idee für das nächste Azubi-Projekt? Durchaus denkbar. Denn nicht nur die zwölf jungen Handwerker auch die Ausbilder*innen sind zufrieden. „Der Mars-Rover ist das erste Azubi-Projekt dieser Art am Institut. Die Auszubildenden haben dabei nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten geschult, sondern vor allem viel über Team-Work, Planung, Umsetzung gelernt“, so Julia Holzapfel, Industriemechanikerin und Ausbildern am MPS.
Über die Ausbildung am MPS
Das MPS bildet aktuell Jugendliche und junge Erwachsene in drei verschiedenen Fachrichtungen aus: Industriemechaniker*in Fachrichtung Feingerätebau, Metallbauer*in Fachrichtung Konstruktionstechnik und Fachinformatiker*in für Systemintegration. Neben der Vermittlung fachlicher Expertise legt das Institut großen Wert auf Teamgeist, etwa durch jährliche Ausbildungsausflüge und das neue Azubiprojekt. Im Laufe der Ausbildung bietet sich zudem einigen Jugendlichen die Möglichkeit, direkt an Projekten der Weltraumforschung mitzuarbeiten.
Über den Mars Rover „Rosalind Franklin“
Der Mars-Rover Rosalind Franklin ist Teil der ESA-Marsmission ExoMars und soll frühstens 2028 auf seine Reise zum Mars starten. Die Ankunft ist für 2029 geplant. Am MPS ist eines der wissenschaftlichen Instrumente für die Mission entstanden. Der Mars Organic Molecule Analyzer (MOMA) wird vor Ort in den Bodenproben vom Mars nach Spuren von Leben suchen. Die Handwerker in den MPS-Werkstätten haben Bauteile für das Instrument erstellt. Der Rover ist benannt nach der britischen Biochemikerin Rosalind Franklin, die mit ihrer Forschung wichtige Grundsteine zur Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA gelegt hat.


