Ausgezeichnete Ausbildung

Die Max-Planck-Gesellschaft ehrt das MPS für besondere Leistungen in der Berufsausbildung

Vereinte Freude über die Auszeichnung im Dreierpack. Unten, von links nach rechts: Prof. Dr. Laurent Gizon (Geschäftsführender Direktor des MPS), Bernd Chares (Leiter Konstruktion/Feinmechanik), die Preisträger Sam Cegarra und Carla Wiles, Dr. Iancu Pardowitz (Leiter des Rechenzentrums), Prof. Dr. Ulrich Christensen (Direktor). Oben, von links nach rechts: Olaf Matuschek (Leiter der Elektronik-Ausbildungswerkstatt), Prof. Dr. Sami K. Solanki (Direktor), Roland Mende (Leiter der Feinmechanik-Ausbildungswerkstatt) und Hans-Joachim Heinemeier (Leiter der Metallbauwerkstatt).

Carla Wiles und Sam Cegarra erhalten zudem den „Azubipreis“

Zum dritten Mal in Folge hat die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) Auszubildende des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) für herausragende Leistungen in der Berufsausbildung ausgezeichnet. Carla Wiles erhält den sogenannten „Azubipreis“ in der Kategorie IT-Berufe, Sam Cegarra in der Kategorie Metallberufe. Zudem würdigt die MPG das MPS als eines von drei Instituten für seine besonderen Verdienste um die Berufsausbildung in den Bereichen Elektronik, Feinmechanik, Informatik und Metallbau. 

„Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung“ darf sich Carla Wiles nach ihrer abgeschlossenen Ausbildung am MPS nun nennen. In ihrer dreijährigen Ausbildungszeit im Rechenzentrum des Instituts hat die heute 19-Jährige vor allem Webanwendungen programmiert – und dabei ein Vielzahl von Programmiersprachen erlernt. Besonders ihr Interesse an den wissenschaftlichen Projekten des Instituts zeichnete ihr Arbeiten aus; zahlreiche dieser Projekte konnte sie aktiv unterstützen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung hat die Informatikerin eine neue Aufgabe am Institut gefunden und ist nun Mitglied des OSIRIS-Teams der Kometenmission Rosetta. Zu ihren Aufgaben zählt es, die riesigen Datenmengen, die das wissenschaftliche Kamerasystem im Laufe der zwölf Jahre währenden Mission sammelte, zu archivieren und über das Internet anderen Forschern zur Verfügung zu stellen.

Für ebenfalls preiswürdig befand die MPG die Leistungen von Sam Cegarra. Der heute 20-Jährige absolvierte am MPS eine Ausbildung zum Industriemechaniker mit dem Einsatzgebiet Feingerätebau. Der Kalefelder war hochmotiviert, konnte sich im Laufe seiner Ausbildung immer weiter steigern und legte zum Schluss eine beachtliche Prüfung ab. Einige der Werkstücke, die er während seiner Ausbildung fertigte, wurden in wissenschaftliche Instrumente verbaut, die ins Weltall fliegen werden. Kein Wunder, dass der junge Industriemechaniker nicht lange nach einer Stelle suchen musste. Heute arbeitet er in Hildesheim.

Besonders hoch hinaus führten die beiden Auszubildenden ihre Beiträge zur Entwicklung des Seismometers SEIS für die amerikanische Marsmission InSight. Sam Cegarra stellte mechanische Bauteile für das Instrument her, Carla Wiles schrieb ein Programm, das beim Testen der Hardware im Parabelflug zum Einsatz kam. Bei diesen Tests durften beide im Oktober 2016 in einer Einrichtung der französischen Weltraumbehörde in Bordeaux mitfliegen – und ganz nebenbei auf diese Weise die Schwerelosigkeit erleben. Als „das Beste, was ich je erlebt habe“, beschreibt die Informatikerin die einzigartige Erfahrung.

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