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Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft Göttingen

Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft Göttingen

Eine Reise durch den Kosmos

Aktuelle Forschungsthemen und einen Blick in die Zukunft der Astronomie in Deutschland bietet die Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft in Göttingen.

Die Internationale Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft (AG) findet von Montag, 18. September, bis Samstag, 23. September, in Göttingen statt. Etwa 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geben einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse. Ihre Themen reichen von Dunkler Materie und der Geburt von Galaxien bis zu Exoplaneten und der Sonne im Zentrum unseres Sonnensystems. Zudem stehen aktuelle und künftige Weltraummissionen im Fokus. Tagungsorte sind die Fakultät für Physik am Nordcampus und das benachbarte Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Zu einem öffentlichen Vortrag lädt die AG für Donnerstag, 21. September, um 19.30 Uhr ins Zentrale Hörsaalgebäude. Unter dem Titel „Wundervolles, mysteriöses Universum – eine (Zeit-)Reise“ beschreibt Michael Kramer vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie die großen offenen Fragen der Astrophysik. Am Dienstag, 19. September, 14 Uhr wird es politisch – und zukunftsweisend. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellen die AG und ihr Organ, der Rat deutscher Sternwarten (RDS), ihre neue Denkschrift vor. Sie ist nicht nur eine Art Leistungsschau der deutschen Astronomie, sondern schließt mit konkreten Empfehlungen an Wissenschaft und Politik – etwa in Bezug auf die Beteiligung Deutschlands an geplanten Weltraummissionen und großen Infrastrukturprojekten.

Auf allen räumlichen und zeitlichen Skalen hat die moderne astrophysikalische Forschung nicht nur revolutionäre Erkenntnisse geliefert, sondern auch neue faszinierende Fragen aufgeworfen“, so Prof. Dr. Matthias Steinmetz, Präsident der AG. Kein Wunder also, dass die aktuelle Tagung diese Vielfalt eindrucksvoll widerspiegelt. In ihren Vorträgen und Workshops behandeln die Forscherinnen und Forscher die Anfänge unseres Universums, beschreiben das interstellare Medium, untersuchen heiße und magnetische Sterne und werfen einen genauen Blick auf unsere Sonne. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Exoplaneten, Welten, die um ferne Sterne kreisen, und zum Teil unserer eigenen Erde recht ähnlich sind.

Astronomische Auszeichnung 

Im Rahmen der Jahrestagung verleiht die AG zudem bedeutende Preise. Die Karl-Schwarzschild-Medaille, die höchste astronomische Auszeichnung in Deutschland, erhält in diesem Jahr Richard Wielebinski vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Die Ehrung und die anschließende Schwarzschild-Vorlesung des Preisträgers finden am Dienstag, 19. September, ab 9 Uhr statt. Danach werden weitere Auszeichnungen vergeben. Aus Göttinger Sicht ist in diesem Jahr der Promotionspreis von besonderem Interesse. Mit dieser Ehrung zeichnet die AG Philipp Grete für seine herausragende Doktorarbeit zur Untersuchung magnetohydrodynamischer Turbulenzen aus, die er im Promotionsprogramm „International Max Planck Research School for Solar System Science at the University of Göttingen" am MPS und am Institut für Astrophysik in Göttingen im vergangenen Jahr fertiggestellt hat.

Umrahmt wird das Tagungsprogramm von der AG-Mitgliederversammlung, dem Treffen des Rats Deutscher Sternwarten, Meetings zur Geschichte der Astronomie, zur Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, vom Treffen des Astro-Frauen-Netzwerkes, der Doktoranden sowie einer Lehrerfortbildung.

Der öffentliche Abendvortrag am Donnerstag, 21. September, ab 19.30 Uhr widmet sich den großen, grundlegenden Fragen der Astronomie: Was sind Dunkle Materie und Dunkle Energie? Gibt es Leben außerhalb der Erde und ist es sogar intelligent? Hatte Einstein mit seiner allgemeinen Relativitätstheorie recht? Der Radioastronom Michael Kramer vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie wagt einen Überblick über den Stand der heutigen Astronomie und geht der Frage nach, warum Untersuchungen mit den modernsten Instrumenten unserer Zeit nicht nur spektakuläre Erkenntnisse liefern, sondern auch immer mehr und neue spannende Fragen aufwerfen. Der Vortrag findet im Zentralen Hörsaalgebäude im Hörsaal 9 statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Bereits am Dienstag, 19. September, lädt die AG zu einer Pressekonferenz. Darin stellt AG-Präsident Matthias Steinmetz die aktuelle Denkschrift „Perspektiven der Astrophysik in Deutschland 2017 – 2030“ vor. Einen solchen umfassenden Überblick über den gegenwärtigen Stand der astronomischen Forschung in Deutschland sowie die drängendsten offenen Fragen gibt die AG alle 15 bis 20 Jahre heraus. Die letzte Denkschrift erschien 2003. Auch in der aktuellen Ausgabe leiten die Forscher aus ihrer aktuellen „astronomischen Bestandsaufnahme“ konkrete Empfehlungen ab. Sie begründen unter anderem, welche Bauvorhaben für internationale Großteleskope oder andere Infrastrukturprojekte Deutschland in den nächsten Jahren unterstützen sollte und wie die deutsche Beteiligung an wegweisenden Weltraummissionen gesichert wird. Bitte beachten Sie die gesonderte Presseeinladung. Eine Anmeldung ist erforderlich. 





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