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Otto Bock HealthCare GmbH

Know-how Transfer nach Kuba


International O&P School hat weitere zehn Techniker aus Schwellenländern ausgebildet
Die International O&P School von Ottobock verstärkt den Know-how Transfer in Schwellenländer. Ende Juli sind die zehn Teilnehmer des bereits vierten Ausbildungsjahrgangs nach erfolgreicher Prüfung in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Kuba war gleich mit vier jungen Orthopädietechnikern vertreten. Sie wollen nun mit ihrem neuen Wissen zu einem steigenden Versorgungsniveau in einem Markt beitragen, der immer noch einen hohen Nachholbedarf hat, aber spannende Entwicklungsperspektiven besitzt.
Nach zehn gemeinsamen Monaten in Duderstadt mischten sich in dem Team bei der Abschlussparty der Abschiedsschmerz mit Vorfreude. So sagte Alejandro Vidal Pérez Delgado: "Hier sind Freundschaften entstanden, die ich immer im Herzen tragen werde." Lisandra Céspedes Pileta betonte: "Was ich hier über Technologie dazugelernt habe, wird mir helfen, nach meiner Rückkehr meine Patienten besser zu versorgen."
Ein weiterer Teilnehmer war Eriel Castillo Ramirez. Er erlebte im April 2015 in Havanna als Techniker mit, wie die Running Clinic mit Heinrich Popow für das Kuba-Engagement von Ottobock eine mittlere Initialzündung darstellte und auch für ihn persönlich: „Seitdem lebe ich einen Traum.“ Unvergessen, wie Popow kurzerhand die Kubanerin Malu Perez Iser zum Sport mit Prothese motivierte, obwohl sie eigentlich nur am Schreibtisch sitzen und das Teilnehmerteam zusammenstellen sollte. Ein Jahr später holte sie in Rio die Bronzemedaille im Weitsprung und ganz Havanna feierte mit ihr. Mit dabei auch Ottobock Chef Professor Hans Georg Näder und ihr Entdecker, Heinrich Popow.
"Mit seinem jetzigen Ausbildungsniveau kann sich Eriel professionell dieser Sportler annehmen", stellt Markus Goldmann anerkennend fest, Ausbildungsleiter der International O&P School. Auch er war bei der Running Clinic in Havanna dabei und viele weitere Male auf Kuba, seit die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH 2015 damit begann, Ottobock bei der Förderung eines Fortbildungsprojektes für kubanische Orthopädietechniker zu unterstützen. Dies geschieht im Rahmen des develoPPP.de-Programms, mit dem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) innovative Projekte von Unternehmen fördert, die in Entwicklungs- und Schwellenländern spürbaren und langfristigen Nutzen für die Menschen vor Ort haben.
 

 

Techniker aus Schwellenländern ausgebildet 

 

Die gemeinsame Ausbildungsinitiative mit Ottobock läuft noch bis Dezember 2018 und beinhaltet zum einen die jetzt erfolgte Ausbildung in Duderstadt, zum anderen acht Seminare auf Kuba, von denen bisher drei stattgefunden haben. Darüber hinaus hat Professor Näder die Modernisierung einer Werkstatt des staatlichen Centro Nacional de Ortopedia Técnica (CNOT) in Havanna mit Maschinen, Handwerkzeug und weiteren Ausstattungen gesponsert. Zwei der jetzt in Duderstadt fortgebildeten Techniker haben dort ihren Arbeitsplatz.
Die International O&P School setzt ganz bewusst auf eine stark praxisorientierte Ausbildung. "Von 174 Arbeitstagen waren die Studenten an 74 Tagen in direktem Patientenkontakt", hat Goldmann nachgerechnet. „Jede Versorgung erfolgt so wie wir das auch aus einem Sanitätshaus kennen.“ Ausgehend vom technischen Entwicklungsstand in ihren Heimatländern wird darüber hinaus schrittweise an modernere Produkte herangeführt. Insgesamt wurden im regulären Schulprogramm bisher 29 Techniker aus 13 Ländern ausgebildet.
Der vierte kubanische Teilnehmer, Lesko Nivardo Antomarchi Noris, dankte den Lehrkräften und Organisatoren in Duderstadt: "Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Das gilt für die beruflichen wie für die persönlichen Erfahrungen, die ich in diesen Monaten gewonnen habe."





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